Freitag, 28. Oktober 2011

This is, what they call Saudade ...

Manchmal ist das Leben wahrlich seltsam. Oder ist es nur meins? Da lebt man sein schönes Leben im mittlerweile windig-regnerischen Lissabon, ohne groß an daheim zu denken, sieht nach mehr als zwei Monaten im Fernsehen jemanden ein Becks trinken und ein seltsam wärmendes Gefühl von Zuhause, aufwallende Erinnerungen feuchtfröhlicher Abende und die unbändige Sehnsucht nach einem kühlen Bier* überfallen einen völlig unvorbereitet. Bei aller Schönheit Lissabons, aber dieser Moment hat mir gezeigt wo mein Herz schlägt. 
 
*Bier: Ein nach dem deutschen Reinheitsgebot gebrautes alkoholisches Kaltgetränk aus Hopfen, Malz und Wasser. Nicht zu verwechseln mit Sagres oder Superbock.

Mehr von diesem Kanal wie immer aufgeschoben aber nicht aufgehoben, dann mir diesen Themen: Brötchen-Robin (lass es endlich bleiben!), Gesund leben mit Sarrazins Speiseplan und: Die seltsamsten Mitbewohner Teil 3 - wo Pragmatismus aufhört, macht sich Wahnsinn erst warm. (Es fehlt nur die passende Fotocollage)

Freitag, 14. Oktober 2011

"Wie, es gefällt Ihnen nicht? Wie auch, ich erkläre Ihnen das Leben!"

Auszug aus  "Mein Leben in Lissabon - Ein Fall von gutem Einfall": "Es ist Mitte Oktober und warm wie Kacke. Die Kinder laufen nackig durch die Straßen, weil sie ihre Kleider gegen Ventilatoren und kaltes Wasser getauscht haben. Leute beklagen sich über den Sonnenbrand von letzter Nacht, die Vögel fliegen nach Afrika, weils dort wenigstens nachts kalt ist. Wir müssen alle sparen, mit offenem Kühlschrank schlafen ist wohl wirklich nur eine Übergangslösung. Die Energiekosten treiben uns in den Ruin, dabei hab ich sogar schon die Lampe rausgedreht. Hilft alles nichts. Die Nachbarn haben vorgeschlagen, ich könnte mich ja als Schweißer verdingen - bei der Transpirationsrate, die ich hab! Werd wohl demnächst meine Bewerbung schreiben. Wie auch immer, ich geh jetzt erstmal ein Eis trinken."

Als ich letztens von den Harry Potters berichtet habe, habe ich meinen schönen Witz vergessen, den nicht niederzuschreiben ich als Kunstbanauserie ansehen würde. Ich erzähle die Geschichte also einfach nochmal, nur diesmal mit dem Witz.
Also bei uns in der Schule gibts ja diese Harry Potters, das sind Studenten [...] und die Jungs tragen sogar einen Zauberstab ... wenn ihr versteht wat isch meine [Regieanweisung: Dreckige Horst-Schlemmer-Lache] [...]
So. Dit wär dit. Kam jetzt vielleicht nicht mehr ganz so an, aber losgeworden bin ich ihn trotzdem noch. Mal schaun, was hab ich noch ... Seitdem ich mein kleines Ideen-Notiz-Buch für "Sachen die man mal erfinden sollte, gemacht haben sollte oder im Blog erzählen könnte" immer zuhause vergesse, verschwinden meine grandiosen Einfälle irgendwo zwischen Handynotizen, Vorlesungsmitschriften und auf den Unterarmen nichtsahnender Metro-Mitfahrer ... Hier hab ich noch eine Ecke gefunden, die in Antropologia da India entstand ... was steht da ... + Chrischan anrufen + fragen nach Imagem-Arbeit + Carlos schreiben + mudar - ändern (geht auch modificar o. alterar) + Erfindung des nichtsspritzenden Pissoirs + Ein Zitat für einen Film, was jetzt zu lang wär + Die Aufforderung alle Handynummern nochmal auf dem Rechner zu sichern, falls mir mein Handy abgezogen wird + Idee zur Gestaltung einer Kollektion von Bildern mit der Überschrift "Wenn ... aus lauter kleinen Männchen bestehen würde, würdest du es immernoch genauso behandeln?"
Wie man sieht, ich bin nicht untätig in den Stunden. Falls ich innerhalb des nächsten Jahres von einer generellen global angelegten Kloschüsselumstellung auf Herrentoiletten höre, gibt es - nur nebenbei bemerkt - Tote! Gleiches gilt, wenn ich im Spiegel plötzlich eine neue Bildreihe finde. Nur, weil ich meine Ideen nicht umsetze, heißt es nicht, dass ein anderer das machen darf ... jedenfalls nicht ohne Gewinnbeteiligung.

Nun eine breit angelegte Bitte an alle übrig gebliebenen Leser: Ich brauche ein gutes ... nein, perfektes Cookierezept! Eins, bei dem die Cookies schmecken, und trotzdem nicht im Ofen zerlaufen, sondern die Form von den Starbucks-Cookies haben. Geschmacklich können sie variieren, Kombinationsideen bisher sind die berühmtberüchtigen Banana-Chocolate-Chunks (aus Banane und Schokolade), der einzigartige Kokos-Schoko-Cookie (aus Kokos und Schokolade), sowie der etwas kleinere Kids-Cookie (aus Kinde...aus Smarties...nur aus Smarties!!!!!!).
Da mir zum wiederholten Male bestätigt wurde, dass ich nicht singen kann, steh ich nun da - bzw. besser gesagt steh ich nichtmehr da, mit der Gitarre in der Hand - und plane um. Der Plan ist ... nein, anders:
Wir kennen das ja alle, irgendwann um 1 oder 2 Uhr nachts stehen wir im Bairro Alto, 2 8 im Turm, ordentlich ein hinter die Binde gekippt, und wir haben Hunger. Pingo Doce (der Supermarkt) hat zu, McDonalds ist scheiße, Eierkuchen-Lothar fährt nicht mehr und dass die Portugiesen was Fast-Food angebelangt die Holländer unter den WM-Siegern sind ist allgemein bekannt. Wie wären wir dran, wenn es da nicht diese Snack-Oma in der Rua Atalaia gäbe. Für einen Euro verkauft sie Sachen, deren Namen niemand kennt, deren Inhalt niemand kennen möchte und deren Geschmack unvergesslich bleibt - und das alles für ... wir erinnern uns an die McDonaldswerbung (dies ist keine Werbesendung, es gibt auch BurgerKing, KFC, Heavens Burger, Subway ...): Wat kostet ein Schießbürger? - Ein EurooooO!
Habt ihr die Marktlücke entdeckt? Eine Oma, auf mehrere tausend Menschen, sie verkauft Hauptspeise, aber nicht Dessert: Hier kommt Cookie-Carsten (Name geändert) ins Spiel! "Wo andere nur saufen, tut er Cookies verkaufen!" Das einzige, was er dafür noch benötigt, ist das perfekte Cookierezept! (Meins hat ein Hund gefressen...)

Nach wiederholter Nachfrage, wie viel ich denn schon in den Vorlesungen verstehe, einem Haufen Kommentaren wie "Hm, naja ist ja nicht so gut, ne?" hier ein Ausschnitt aus der Vorlesung Antropologie e Psicánalise - der Ausschnitt, den ich verstanden habe (Synchronübersetzt):

Kann sein später ... Techniken, die wir schon hatten ... nicht bestätigt ... sehr viel komplexer ... sehr wichtige Wissenschaft ... wir können Wissenschaft schnell ... verschiedene Pläne ... verschiedene Qualitäten ... z.B. wissen wir, dass ... Physik produziert ... besser als jene von anderen ... Haben das alle verstanden? ... mehr ... Ich kann nicht ... Physik ... natürlich ... Haben das alle verstanden? ... biologische Namen, aber diese sind nicht ausreichend/genügend ... alles klar? ... sehr wichtig, sehr interessant ... die letzten zwei Nummern ... über Freud ... aber ... eine Sache ... Kokain ... Kokain ... Jones ... eine Person ... Kokain ... wiederholt ... Freud über lange Zeit Kokain ... interessant ... Einfüsse des Kokains ... war sehr sehr sehr ... Deswegen sagte Freud schnell ... wie sagt man? ... Wir sind Tiere ...

Was ich zudem aus dieser Vorlesung mitgenommen habe, ist eine aus kulturanthropologischer, aber auch kulinarischer Sicht durchaus sinnvolle Erkenntnis (einem Schaubild entnommen): Es gibt keine höherwertigen oder minderwertigen Kulturen. Wir sind alle Nudeln."

Mittlerweile verstehe ich zwar mehr, aber die "..." kommen noch zu häufig vor, insbesondere bei verschiedenen kleineren Wörtern, wie Präpositionen. Und die können manchmal durchaus wertvoll sein. Das erinnert mich an "'Komm wir essen Opa!' - Satzzeichen können Leben retten!"


Das wars für heute, hier nur noch eine Frage mit auf den Weg: Was wäre wohl passiert, wenn Hänsel Diabetiker gewesen wäre?

Mehr gibt es wie immer auf Nachfrage oder in 10 Jahren erhältlich in meinem Bestseller über das Leben nach der Schule "Lange gebraucht und doch was draus geworden - Meine Suche nach dem Sinn des Lebens. Ein Ratgeber für ratlose Jugendliche und ängstliche Eltern."