"Wissen Sie, ihr Gesicht ist wie ein Buch. Man kann es aufschlagen, zuschlagen und immer wieder nachschlagen!"
Was ist da nur los, Gewalt wohin der Knüppel reicht (und er reicht laaaaang)! Es ist schon verrückt! So viel Raub und so viele Schlägereien wie hier habe ich selten in meinem Leben in so kurzer Zeit gesehen, und trotzdem will das Gefühl nicht weichen, dass ich mich hier sicherer fühle, als an den meisten anderen Orten in denen ich war. Armen Erasmus-Studenten werden Sonnenbrillen (manchen gar Handys oder Geld) abgezogen, Taxifahrer verhauen sich gegenseitig mit riesigen Maulschlüsseln, Flaschen und Schüsse fliegen durchs Bairro Alto, und nur wenige Meter neben einem hauen sich zwei Typen die Köpfe an Autoscheiben ein.
Vorgestern war dann der untere Teil von Downtown, wo sich einige Clubs und Bars aneinander reihen, von ca. 100 Polizisten umstellt, manche in Vollmontur mit Skimaske (hihi, Trottel, dabei liegt hier nicht mal Schnee), Maschinengewehr und Schutzhelm, falls Fassade abbröckelt. Da gabs kein Durchkommen. Das spannende an diesen Polizisten war allerdings ihr Vorgehen gegen Zivilisten. Wir standen da gemütlich in einer Gruppe von Menschen, die ich bis auf eine Person nicht kannte, und schauten den Polizisten aus sicheren 20m entfernung beim Stehen zu. Ein Italiener beschwerte sich die ganze Zeit, dass er doch nur Tourist sei, warum sie ihn denn nicht durchließen. Ein anderer, wohl Portugiese, sang den Polizisten lustige Sportlieder entgegen (Ursprung wohl aus der Fan-Szene von Sporting Lisbon gegen die Polizei) und ich muss sagen - ich bin kein Portugallier, aber - textlich waren sie nicht so schlimm. Melodisch auch nicht.
Irgendwann beschlossen wir dann, den Weg außen herum zu gehen, um unseren Weg fortzusetzen, gingen also um 2 Ecken, um die abgesperrte Straße zu umrunden. Da kamen mir doch 5-6 Polizisten in ebenbesagter Vollmontur entgegen, fahren ihre Totschläger aus und eh ich mich verseh, rennen sie auf die beiden Scherzbolde von vor 5 Minuten los. Einer konnte wegrennen, den anderen schlagen drei! von ihnen nieder, halten ihn auf dem Boden und schreien "Keinen Widerstand!", was ungefähr den gleichen Witz hat, wie wenn ein Elefant auf deinem Rücken die gleichen Worte sagt. Wie auch immer, dem Typen ist am Ende nicht viel passiert, er wurde kurz abgeführt und dann wieder freigelassen. Aber die Tatsache, dass diese Polizisten ihre Stellung aufgegeben haben, um 2 Ecken weiter auf zwei Leute zu warten, die nur gesungen und provoziert haben, fand ich irgendwie erschreckend. Was ist da nur los?
Trotzalledem, vielleicht liegt es daran, dass ich das Gefühl habe alle Gewalt geht nicht gegen mich, sondern die, die sich prügeln wollen oder es provozieren, ich fühle mich immernoch sicher, wenn ich durch die Straßen von Lissabon gehe, was ich bei einigen Berliner Vierteln des Nachtens nicht behaupten könnte.
Wir schreiben mittlerweile den 4. Dezembrio im Jahre 2011 nach Christstollen (ohne Rosinen), noch 2 Wochen bis zu meiner Abreise zum gefühlten Nordpol. Die Zeit der Abschiede beginnt, und - welch bittere Fügung - die Zeit des Man-muss-auch-mal-was-machen bzw. wie man sie im Studentenslang nennt, Prüfungszeit. Allerlei Ferkeleien in deutscher, englischer und anderen ausländischen Sprachen stehen mir bevor, über Indianer, Touristen, Freud und Sex...mais ou menos. Decidi, que continou em português agora, porque ... nao sei porque, talvez só pra impressionar a gente que nao pode perceber.
Na sexta-feira tenho uma apresentacao (desculpe, nao tenho as letras que sao típico pra o portugues, por isso, escreve sem estas) no portugues. Tenho de falar 7 minutos sobre alguma coisa - o que, posso decidir. Estou um pouco nervoso, porque é ainda difícil falar. nao falo muitas vezes portugues (é um problema do erasmus). mas tenho uma ideia sobre o que pude falar. entao...vou voltar a alemao.
Das heißt für mich jedenfalls jetzt erstmal kotzen, nicht käckern! (meine ell-taste ist kaputt). Was ich jetzt auch mal tun werde!
Guten Schi/üss!
PS: Ich hab ja voll vergessen, heut ist zweiter Advent und den muss man latürnich mit einem frohen "Froher zweiter Advent!" einleiten! Hiermit sei dies getan, Sie können anfangen Ihren zweiten Advent zu zelebrieren. Ich wurde auch schon zum Plätzchen backen animiert. Falsch! Ich sollte animiert werden (heutzutage wird ja wirklich alles animiert...), die Grafikdesigner haben allerdings geschlampt, so dass ich keine Plätzchen backe und stattdessen Blog schreibe, meine Dozenten per I-Mehl belästige "Ahh, ich bin Erasmus, wir müssen was machen? Achsooo! Das wusst ich ja nicht, bei uns in Deutschland läuft das anders. Wie, der Tanz genügt Ihnen nicht, na hören Sie mal, ich hab da 2 Stunden dran gefeilt!" und mein Buch zuende lese (damit ich das nächste anfangen kann). Es ist ein beschaulicher Sonntag, an dem keine Sonne scheint, so dass man sich nicht allzu stark versucht fühlt den heimischen 13 Wänden (ohne Fußboden, mit Decke) zu entfliehen. Die halbe Wohnung ist wie leergefegt, schon seit einer Woche, kein Wunder, Dienstag war die Putzfrau da.
Die Vermieterin, mit der mittlerweile eine Art Waffenstillstand herrscht, ist ... weg. Die Brasilianerin, von der keiner nie weiß wo sie nicht ist, ist ... weg (das heißt Heizung füüüüür mich!). Der Italiener ist depressiv, weil er Probleme mit seinem Freund hat, die beiden deutschen haben die ganze Zeit Sex in ihrem Zimmer und gucken "Bauer sucht Frau" und Rachel und ich sind die einzigen Überlebenden. Doch so gern ich die Heizung auch habe, irgendwie vermisst man Juliana, die seltsamste Brasilianerin der Welt doch. Sie prägte unter anderem den Wettbewerb der "Julie der Woche", bei dem die skurilste Anwandlung von alltäglichem Leben ausgezeichnet wurde.
Klassiker, wie "Hm, we don't have baking paper anymore, can I use this? - No, Juliana, toilet paper burns in the oven!", "I have a problem! I don't have enough space for my yoghurt in the fridge! - Look, just turn it 90° and tadaaa! - Oh! Thank you!" oder "My bread didnt fit in the toaster, so I pushed it with a knife. And now it's not working anymore! - -.-" werden unvergesslich bleiben. Ebenso das unerklärliche Seife mit dem Brotmesser schneiden, den Schlüssel wöchentlich von außen! in der Tür vergessen und vieles mehr. Zum Glück gibt es noch Francesco, der allenthalben meint irgendetwas sei kaputt. Wenn das Wasser einmal nicht abfließt, machen wir einfach noch mehr Rohrreiniger rein, wenn die Waschmaschine etwas länger braucht um sich zu entschließen zu Schleudern, ist sie kaputt, wenn eine Woche um ist, dann ist das Gas alle, egal ob alles noch funktioniert. Jaja, die beiden haben uns viel Freude bescherrt und wenn man mich einst mit einem dicken Grinsen vor sich hinstarren sieht, dann denke ich an sie (oder daran, wie Vilip in unseren Flur gepullert hat).
PS - Ende
PS: Ich hab ja voll vergessen, heut ist zweiter Advent und den muss man latürnich mit einem frohen "Froher zweiter Advent!" einleiten! Hiermit sei dies getan, Sie können anfangen Ihren zweiten Advent zu zelebrieren. Ich wurde auch schon zum Plätzchen backen animiert. Falsch! Ich sollte animiert werden (heutzutage wird ja wirklich alles animiert...), die Grafikdesigner haben allerdings geschlampt, so dass ich keine Plätzchen backe und stattdessen Blog schreibe, meine Dozenten per I-Mehl belästige "Ahh, ich bin Erasmus, wir müssen was machen? Achsooo! Das wusst ich ja nicht, bei uns in Deutschland läuft das anders. Wie, der Tanz genügt Ihnen nicht, na hören Sie mal, ich hab da 2 Stunden dran gefeilt!" und mein Buch zuende lese (damit ich das nächste anfangen kann). Es ist ein beschaulicher Sonntag, an dem keine Sonne scheint, so dass man sich nicht allzu stark versucht fühlt den heimischen 13 Wänden (ohne Fußboden, mit Decke) zu entfliehen. Die halbe Wohnung ist wie leergefegt, schon seit einer Woche, kein Wunder, Dienstag war die Putzfrau da.
Die Vermieterin, mit der mittlerweile eine Art Waffenstillstand herrscht, ist ... weg. Die Brasilianerin, von der keiner nie weiß wo sie nicht ist, ist ... weg (das heißt Heizung füüüüür mich!). Der Italiener ist depressiv, weil er Probleme mit seinem Freund hat, die beiden deutschen haben die ganze Zeit Sex in ihrem Zimmer und gucken "Bauer sucht Frau" und Rachel und ich sind die einzigen Überlebenden. Doch so gern ich die Heizung auch habe, irgendwie vermisst man Juliana, die seltsamste Brasilianerin der Welt doch. Sie prägte unter anderem den Wettbewerb der "Julie der Woche", bei dem die skurilste Anwandlung von alltäglichem Leben ausgezeichnet wurde.
Klassiker, wie "Hm, we don't have baking paper anymore, can I use this? - No, Juliana, toilet paper burns in the oven!", "I have a problem! I don't have enough space for my yoghurt in the fridge! - Look, just turn it 90° and tadaaa! - Oh! Thank you!" oder "My bread didnt fit in the toaster, so I pushed it with a knife. And now it's not working anymore! - -.-" werden unvergesslich bleiben. Ebenso das unerklärliche Seife mit dem Brotmesser schneiden, den Schlüssel wöchentlich von außen! in der Tür vergessen und vieles mehr. Zum Glück gibt es noch Francesco, der allenthalben meint irgendetwas sei kaputt. Wenn das Wasser einmal nicht abfließt, machen wir einfach noch mehr Rohrreiniger rein, wenn die Waschmaschine etwas länger braucht um sich zu entschließen zu Schleudern, ist sie kaputt, wenn eine Woche um ist, dann ist das Gas alle, egal ob alles noch funktioniert. Jaja, die beiden haben uns viel Freude bescherrt und wenn man mich einst mit einem dicken Grinsen vor sich hinstarren sieht, dann denke ich an sie (oder daran, wie Vilip in unseren Flur gepullert hat).
PS - Ende