Sonntag, 21. August 2011

Wie man neue Leute kennenlernt Teil 1

Der zweite Tag - Das Mädchen mit der Gitarre

Nachdem ich meinen Schlafmangel kuriert hatte und irgendwann gegen 12 wach wurde (was sehr gut mit Adáns Aufstehzeit harmonierte, da er sowieso nie vor 4 oder 5 nach Hause kommt), machte ich mich los, die Stadt im Hellen zu erkunden. Es ist schon lustig, wie einfach die Wege doch am Tage aussehen. Im Endeffekt musste ich feststellen, dass ich mehrere Male nicht mal 3 Minuten von zuhause entfernt war. Running in Circles.
Ich tummelte mich zum Tejo und genoss die Sonne, spazierte auf der Rua Augusta entlang (die in etwa mit den Ramblas in Barcelona zu vergleichen ist (wenn ich mich nicht irre) oder der Leipziger Straße (was eine maßlose Lüge ist, weil die Leipziger Straße nichts gegen die Rua Augusta ist)) und hörte den Straßenmusikern zu. Unter anderem hatte sich ein kleinen Grüppchen um eine singende Gitarristin gruppiert, von der nicht auszumachen war, ob es sie alle zusammen gehörten oder die Gruppe nur Zuschauer waren (weil irgendwie alle Instrumente dabei hatten). Ich setzt mich dazu auf die Straße und lauschte. War ja nicht so, dass ich keine Zeit hatte. Irgendwann machten sich die Kerle mit den Instrumenten auf (es sollte nicht das letzte Mal gewesen sein, dass wir ihnen begegneten) und ich blieb noch eine Weile. Als ich dann irgendwann der einzie war, der klatschte, schnackte mich das Mädchen an, wobei sich herausstellte, dass sie auch aus Deutschland kam (was man ihr nicht ansieht, weil die Mama Portugiesin ist), und für einen Monat in Lissabon war, um ihren Freund dort zu besuchen. Da dieseer tagsüber arbeiten musste, hatte sie am Tage auch meist nichts zu tun. Wir gingen ein Käffchen trinken, chillten noch auf der Rua Augusta rum, um uns von irgendnem skurilen Mann als scheiß Westdeutsche bezeichnen zu lassen (Puh, Schwein gehabt! Berlin und Halle for the win!) und schließlich auf dem Placa de Camões mit ihrem Freund und ein paar Spaniern bei Wein, Tanz und Gesang den Abend zu zelebrieren. Irgendwie doch unglaubliches Glück, an seinem ersten Tag gleich jemanden zu treffen, der genauso viel Zeit hat, wie man selbst. Zu zweit findet es sich auch wesentlich leichter andere Leute, als alleine ...


Der dritte Tag - Funny Frenchies


Die Schreiblust singt. Was singt sie? Lauschen wir einmal "Oooooohhh, mon amouuuuur, isch 'abe keine Luuuust mehr!" Daher kurz zusammengefasst. Auch der Freitag war geil. Luisa und ich haben die Franzosen wieder getroffen, die ihr am Tag zuvor zugehört hatten. Es stellte sich heraus, dass sie zu viert mit ihren Instrumenten durch alle europäischen Großstädte tingeln, um dort auf der Straße Musik zu machen. Wir konnten einen Livegig von ihnen sehen und es war beeindruckend. Ich hab lange nichtmehr so eine geile Live-Show gesehen. Wir sind dann, nachdem ich gegen Abend endlich mein eigenes Zimmer beziehen konnte (in einer perfekten Lage, ein perfektes Zimmer, ich schwärme immernoch), mit den vier Jungs irgendwo billig essen gegangen, um dann in Alfama Fado zu hören (diesmal habe ich mich nicht verlaufen!). Kurz: Schön war's.

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