Mittwoch, 31. August 2011

It never rains in Southern California...

Hallo, ich bin Troy McClure - Sie kennen mich vielleicht aus beliebten Erotikfilmen wie "Der frühe Vogel fickt den Wurm", "Die Äpfel häng' nicht weit vom Stamm" oder dem Horrorporno "Da beißt die Maus sein Faden ab".

Hätte ich gewusst, dass es in Lissabon auch regnet, wäre ich da geblieben. Und Essen gehen sollte man hier auch nicht. Fettig und teuer. Dafür kann man billig trinken.
Jut. Wetter hamwa, Essen scheiße, Trinken geil. Dit wär dit ... 

Eu tem 23 anos. Dezasseise. Immer und immer wieder kommt einem in diesem verrückten Land die Affinität zum Analen unter. Der geübte Portugiesisch-Sprachler weiß an dieser Stelle, was ich meine. Für die Laien hier zur Erklärung der Aussprache. Anos wird wie "Anusch" gesprochen, was dem Stammtisch-Portugiesisch-Sprachler den Eindruck vermitteln könnte, der Satz hieße "Ich habe 23 Arschlöcher" (Im Portugiesisch-Schtii/Schtii-Portugiesisch-Wörterbuch unter False Friends zu finden). Dezasseise wird "Dieschaseische", was ähnlich "Dieser Scheiße" klingt. Muss man nicht reininterpretieren. Kann man aber.

Mehr gibt's nicht für den Moment. Das war einer dieser motivationslosen Posts. Jaja! Ich wollte nur den Anfang unterbringen. Der Einfall kam mir (wo sonst) beim Ka...belbinden.

Also Folks, haltet die Schniedel steif und nicht vergessen: Wie man in den Wald reinpupst, so pupst er auch zurück.

Montag, 29. August 2011

Jimmy was a rabbit ...

"Da hatta aber lange gebraucht, ick dachte schon, er hätte keine Lust mehr!", wird der geneigte Leser jetzt vielleicht denken. Ja. Vielleicht denkt er aber auch was völlig anderes, oder gar nichts. Wie auch immer. Einstieg vermasselt. Einstiege sind immer schwierig. Wenn ich es mir recht überlege, egal in welcher Beziehung - wobei man das auch schon wieder zu meinen Ungunsten auslegen könnte. Wie Teppich.

Wo wir grad bei "wie" sind: Wie auch immer. Was ich mitzuteilen versuche ist, dass ... ich bin schwanger. (Nadine, gib die Tastatur wieder her!) In den letzten Tagen musste ich erst einmal erleben, um Erlebtes wiederzugeben, denn wie auch schon der alte Gaffer Swanthold sagte "Erst erleben, dann über...wiedergeben!" Er war ein weiser Mann, dieser alte Gaffer Swanthold. Er ist so ein bisschen wie die Dorfmatratze - man kann bei jeder Gelegenheit auf ihn zurückgreifen. Doch Klaus beiseite, Ernst ist dran.

Ich möchte heute etwas über Tittenbonus loswerden, ein (jedenfalls von männlicher Seite) totgesabbertes Thema, doch scheint mir die Aktualität genug Anlass zu geben, mein Plädoyer für maskulinen Brustbesitz auf die Massen loszulassen (ich beliebe zu reimen). Erinnern wir uns an den Cliffhanger in der Folge "Was man sich so vornimmt ... ", in der der Ausgetauschte sich vornimmt, eine Gitarre zu kaufen und Straßenmusik zu machen. Das Ende blieb unerwartet offen, keiner wusste, ob er sich nun wirklich eine Gitarre holen würde oder nicht. Und würde er Brötchen für das gemeinsame WG-Frühstück kaufen? Da ich des Englischen mächtig bin, habe ich die nächste - in Deutschland noch nicht veröffentlichte - Staffel schon gesehen (ich sag nur: 100 nackte Portugiesinnen!) und kann verraten: 
Ja, er hat eine Gitarre und ja, er hat auch Straßenmusik gemacht. Nein, er ist nicht jämmerlich gescheitert - das ist alles Auslegungssache.
Der erste Versuch: Man setze sich mit der Gitarre (ohne Halsband zum Umhängen der Gitarre) an den Rand der großen Touristen-Schlender-Straße und spiele Songs. Wenn man die Töne trifft, singe man lauter dazu, sonst leise. Wenn man den Text nicht weiß, improvisiere man, es hört sowieso keiner auf den Text. 70 Cent in nur 40 Minuten lässt sich auf einen stattlichen Stundenlohn von 1,05 € hochrechnen. Aber aller Anfang ist schwer. 
Der zweite Versuch: Da allseits bekannt ist, dass Singen und Gitarre spielen much cooler ist, als nur eines von beidem, mussten also neue Songs her. Die ich auch treffe, also so von der Tonhöhe. Man mache sich also in einer sonnigen Nacht daran, Songs zu schreiben. Zwei Songs, zwei Geschichten über Liebe, Schmerz und tote Tauben, eine herzzereißende Stimme. Same procedure as last year. Keiner wollte mir Geld geben. Was lief falsch?
Der dritte Versuch: Angespornt von Luisas (das deutsche Sängermädchen) wesentlich beträchtlicheren Erfolgen (20 € + die Stunde) und ausgerüstet mit einem Um-Den-Hals-Binde-Band für die Klampfe und den zwei Songs, deren Gesangslinie sozusagen direkt auf meine Stimme angepasst wurde, stelle ich mich auf die Straße. Ich spiele. Ich singe. 

Jimmy was a rabbit, and he wanted to fly
but he had no wings (oh man!), so he was supposed to die.
so he was supposed to die.

Chorus:
Uhhhuhhh, uuuhhuuu oh why oh why are the best the first to die?
Uhhhuhhh, uuuhhuuu oh why oh why are the best the first to die?

Verse2
Gipsy was a pidgeon, and she wanted to dive.
But when she reached the water (my friend!), she suddenly lost her life.
She suddenly lost her life.

Verse3
Jordan was a snail (a slicky snail!), he want'd to cross the street.
But he didn't see the Van (My man!), so he ended up like bleed.
So he ended up like bleed.

CHORUS

Bridge
All these heroes, forever lost and not found.
they grasped for their aims and reached the ground.

Verse5
Clara was an Icebear, who had some wintersleep.
But she forgot to wake up (again), and now we have to weep.
And now we have to weep.

CHORUS

Der Geldbeutel bleibt leer. Von komischer Tragik erfüllte Songs sind anscheinend nicht mehr In dieser Tage. Woran liegt es also? Die Antwort, meine Freunde (und Familie, Bekannte), liegt auf der Hand. Bzw. am Besten in beiden Händen, rund und handlich. Der Tittenbonus. Zwei Mal innerhalb von 3 Tagen wurde ich Zeuge eines kompromisslos angewandten Tittenbonus! Zwei Mal wurden Luisa 20 Euro Scheine zugesteckt, einmal nach 1 Minute zuhören (der Spender ist danach fortgegangen), einmal ohne, dass sie die Gitarre überhaupt ausgepackt hatte (gut, dieser Spender, ein Froschfresser, hat ihr danach über Facebook seine Liebe gestanden, auf ziemlich strange Weise, aber egal ... )! Dies führt zu dem Schluss, dass man entweder richtig gut spielen muss (da geben die Leute wohl auch), oder aber richtig gut aussehen muss (mindestens zwischen Hals und dem Bereich um den Bauchnabel herum (altersabhängig)). 
Probleme hat man, wenn man beides tut - das nennt man Reizüberflutung. Mein Misserfolg hat also einen natürlichen Grund. Doch ich werde nicht aufgeben. Ich werde wieder dort stehen. Der nächste Versuch führt zu einer Bandgründung. Ich brauche jemanden für die Percussion, jemanden für den Gesang, jemanden für das gute Aussehen, jemanden für das mitleiderregende Aussehen (halt, ich bin ja auch in der Band), jemanden für das Mit-Dem-Hut-Rumgehen und eine/n Manager/in. Bewerbungen gehen an GUTELAAAAAAUNE@kein-sex-vor-sex,-deine-mudda-stinkt.pt.

Ich muss schlafen, ich muss morgen um 13 Uhr aufstehen.
Dieser Post erzählt nicht viel. Es ist nämlich nicht viel passiert. Jedenfalls nichts Blog-wertes. Von den Drogenparties und Sexorgien weiß ja mittlerweile jeder. 

Gute Nacht!
Boa Noite (portugiesisch für "Boah Leute!")!

Dienstag, 23. August 2011

Was man sich so vornimmt ...

Lauwarme Nacht, der irgendwannste August im Jahre des Stiefels 2011

Ein sanftes Plätschern untermalt die friedliche Stille der Nacht in der Stadt, in der Nutten und Koks noch mehr als bloß Teil fabelhafter Erzählungen sind. In Lissabon, wo sich Zivilisation und Menschlichkeit "Gute Nacht!" sagen, läuft ein unscheinbares Rinnsal Pisse durch den Bairro Alto, um dem Tejo in der morgendlichen Sonne seinen glänzenden Schein werfen zu lassen ...
Ein Mann, hagerer Gestalt, doch nicht unsportlich, von mittlerem Wuchs, doch nicht so, dass man ihn klein nennen würde, sitzt in seiner lauschigen Kammer und fährt sich durch den Bart. Und hier wird es unauthentisch.

Ich habe eine Teilzeitkatze (was, wenn man diesen Satz im Englischen ohne weitere Erklärung stehen ließe?) Sie kommt übers Dach durch meinen Balkon ins Zimmer und sagt immer das gleiche. Wuff.
Ich habe mir vorgenommen, Katzenfutter zu kaufen, damit ich ihr im Falle des Falles das Maul stopfen kann. Allerdings ärgert es mich jetzt, dass ich mir von meiner Oma nie habe das Stopfen beibringen lassen. Aber Improvisation war ja schon immer meine Stärke. Zum Beispiel, wenn ich den Straßenhändlern auf Englisch erkläre, dass ich kein Englisch (und eigentlich überhaupt keine Sprache) spreche. Jedenfalls gehört die Katze (noch) den Nachbarn, und ich hoffe, dass sie - entgegen der Ankündigung meiner einen (noch) Mitbewohnerin (sie reist morgen ab) - auch im Winter vorbeikommt, um meine Füße zu wärmen. Dann brauche ich nur noch eine weitere Katze und schon macht es nichts mehr, dass ich meine Tierhausschuhe vergessen habe.

Ich habe keine Gitarre hier. Das ist so zwar gelogen, weil hier tatsächlich eine rumsteht, aber wer würde einem Trabbibesitzer widersprechen, wenn er postulierte, er habe kein Auto. Da ich in letzter Zeit mit diversen Straßenkünstlern in Kontakt war (wenn man nichts zu tun hat ...), habe ich auch überlegt, meine spärlichen Gitarrenkünste dem wohlhabenden Tourismus dieser wunderschönen Stadt zukommen zu lassen. Dabei enstehen zweierlei Probleme, die ich sogleich zunichtete (mit jedem Neologismus fördern wir die Vielfalt unser verbal-künstlerischen Werke). Zum Einen kostet eine Gitarre viel Geld. Ich kann sie aber wieder verkaufen, wenn ich wieder gehe. Außerdem ist sie ja dazu da, Geld einzunehmen. Zum Anderen kann ich nicht singen. Das wissen die anderen allerdings nicht. Außerdem hat man schon ganz anderen Leuten Geld in den Arsch geworfen (Dieser Stunt wurde von professionellen Stuntmen ausgeführt, bitte nicht nachmachen). Das ist ein bisschen so, wie wenn die Mafia Schutzgeld verlangt, damit den Leuten nichts Übles geschieht. Zweifel beseitigt.
Ich habe mir vorgenommen, eine Gitarre zu kaufen. Und diese Stöcker (3 Stück), bei denen man zwei in den Händen hält und einen in der Luft (durch das bewusste, koordinierte Dagegenhauen) rumwirbelt. Ich würde ja ein Bild davon verlinken, damit der unwissende Leser sich ein Bild davon machen könnte, aber sowas wird bekanntlich teuer. (An dieser Stelle grüße ich die Firma Markenglas, ihnen sei es erlaubt mir auch über diese weite Entfernung den Arsch zu lecken.) Ich weiß leider nur nicht, wo ich diese Stöcker herbekomme, ganz zu schweigen davon, wie sie heißen.
Die Frau, die sich diesem Vergnügen auf der Straße gewidmet hat, nannte mir die Adresse von einem großen Einkaufszentrum. Sie sagte allerdings nicht, dass es SO groß sei. Ich habe sie nicht gefunden. Dennoch, die Hoffnung stirbt zuletzt. Und vorher der Glaube, die Endorphin-Rezeptoren (wobei hier das Zu-Wort ab von Nöten ist. Sie sterben nicht, sie sterben ab), die Bäume, die Sonne und die Gazellen. Wenn die Gazellen sterben, sterben die Löwen. Wenn die Löwen sterben, sterben die arbeitslosen Zoowärter. Wenn die arbeitslosen Zoowärter sterben, sterben die arbeitslosen Arbeitsamtmitarbeiter und damit ein Teil des Beamtentum. Wenn das Beamtentum zusammenbricht, bricht die Gesellschaft zusammen, Anarchie bricht aus, die Oligarchen sterben, die Bauern, die Kühe und alles, was mal gelebt hat. Und dann stirbt die Hoffnung. (Mehr aus Robin erklärt die Welt und das, was sie zusammenhält demnächt in Ihrem Kino. Bald auch in Ausländisch.)

Viele Leute, die ich auf der Straße treffe, sprechen Portugiesisch. Ich nicht. Das ist weniger schön, da ich häufig nicht verstehe, was sie sagen. Noch weniger schön ist es, wenn sie mit mir reden und ich verstehen sollte, was sie sagen. Allerdings können viele auch Englisch, so dass mir kein Arzt per Google-Translator erklärt, er brauche "Kot für die Kultur" (Witte 2009, S. 25).
Ich habe mir vorgenommen, Portugiesisch zu lernen. Allerdings erst, wenn mein Kurs anfängt (29.08.), da ich vorher noch Urlaub habe (haben schon ganz andere Leute Burn-Out bekommen. Schon der alte Gaffer Swanthold hat gesagt: "Vorsorge ist die beste Vorsorge!") Darum genieße ich nun die Zeit, so etwa morgen durch ein schönwettriges An-den-Strand-gehen. Vielleicht. In Lissabon weiß man nie. Es gibt Klischees - wie etwa das weitverbreitete, dass alle Portugiesen durch den Arsch atmen - die sind so nicht korrekt. Nicht alle Portugiesen. Dass man hier aber nach der Devise Wem de's heute kannst besorgen, dem besorgst' es eben morgen lebt, stimmt tatsächlich.
Ich habe mir vorgenommen, an den Strand zu gehen. Aber man weiß ja nie.

Montag, 22. August 2011

Nich' einfach nur saufen!

Das verrückte an Lissabon ist, dass man irgendwie jeden Tag besoffen ist. Das geht ja wohl nicht! Wenn mein Sprachkurs beginnt, muss sich das ändern! Genatzt! Muss sich gar nicht, weil portugiesisch sowieso so klingt wie der Dialekt von "Willkommen bei den Schtiis", oder wie der Engländer sagt "Welcome to the Schtiis" oder wie der Franzose sagt "Bienvenue chez les Sschties"!"3!23! ... Wie auch immer, jedenfalls wurde mir der Rat erteilt (und ich kann das bisher nur bestätigen): einfach nuscheln. Und wann nuschelt man besser, als nach eins, zwei, drei, vier , fünf, sechs, sieben, acht, neun, zehn, elf, zwölf, trölf, völf Glas Wein?

Ja, das wollt ich eigentlich nur mal erzählen. Ich geh jetzt nämlich das erste Mal früh ins Bettchen. Die Lisboanesen gehen nämlich immer sehr spät schlafen. Wenn man um 5 nach Hause kommt und pullern muss, muss man in die Küche pullern (oder aushalten), weil grad jemand duschen ist. So sehr ich die Wohnung, in der ich live (Anglizismen und Denglisch rules) liebe, muss ich doch sagen, dass ein Bad für around 6 Leute zu viel ist. Nee, zu wenig, mein ich.

In diesem Sinne: Boa Noite. Oder wie der Schtii sagt "Släf sön, träum wasch sönes und schag mis Beseid, wennde wieder wach bischt!"

Sonntag, 21. August 2011

Wie man neue Leute kennenlernt Teil 1

Der zweite Tag - Das Mädchen mit der Gitarre

Nachdem ich meinen Schlafmangel kuriert hatte und irgendwann gegen 12 wach wurde (was sehr gut mit Adáns Aufstehzeit harmonierte, da er sowieso nie vor 4 oder 5 nach Hause kommt), machte ich mich los, die Stadt im Hellen zu erkunden. Es ist schon lustig, wie einfach die Wege doch am Tage aussehen. Im Endeffekt musste ich feststellen, dass ich mehrere Male nicht mal 3 Minuten von zuhause entfernt war. Running in Circles.
Ich tummelte mich zum Tejo und genoss die Sonne, spazierte auf der Rua Augusta entlang (die in etwa mit den Ramblas in Barcelona zu vergleichen ist (wenn ich mich nicht irre) oder der Leipziger Straße (was eine maßlose Lüge ist, weil die Leipziger Straße nichts gegen die Rua Augusta ist)) und hörte den Straßenmusikern zu. Unter anderem hatte sich ein kleinen Grüppchen um eine singende Gitarristin gruppiert, von der nicht auszumachen war, ob es sie alle zusammen gehörten oder die Gruppe nur Zuschauer waren (weil irgendwie alle Instrumente dabei hatten). Ich setzt mich dazu auf die Straße und lauschte. War ja nicht so, dass ich keine Zeit hatte. Irgendwann machten sich die Kerle mit den Instrumenten auf (es sollte nicht das letzte Mal gewesen sein, dass wir ihnen begegneten) und ich blieb noch eine Weile. Als ich dann irgendwann der einzie war, der klatschte, schnackte mich das Mädchen an, wobei sich herausstellte, dass sie auch aus Deutschland kam (was man ihr nicht ansieht, weil die Mama Portugiesin ist), und für einen Monat in Lissabon war, um ihren Freund dort zu besuchen. Da dieseer tagsüber arbeiten musste, hatte sie am Tage auch meist nichts zu tun. Wir gingen ein Käffchen trinken, chillten noch auf der Rua Augusta rum, um uns von irgendnem skurilen Mann als scheiß Westdeutsche bezeichnen zu lassen (Puh, Schwein gehabt! Berlin und Halle for the win!) und schließlich auf dem Placa de Camões mit ihrem Freund und ein paar Spaniern bei Wein, Tanz und Gesang den Abend zu zelebrieren. Irgendwie doch unglaubliches Glück, an seinem ersten Tag gleich jemanden zu treffen, der genauso viel Zeit hat, wie man selbst. Zu zweit findet es sich auch wesentlich leichter andere Leute, als alleine ...


Der dritte Tag - Funny Frenchies


Die Schreiblust singt. Was singt sie? Lauschen wir einmal "Oooooohhh, mon amouuuuur, isch 'abe keine Luuuust mehr!" Daher kurz zusammengefasst. Auch der Freitag war geil. Luisa und ich haben die Franzosen wieder getroffen, die ihr am Tag zuvor zugehört hatten. Es stellte sich heraus, dass sie zu viert mit ihren Instrumenten durch alle europäischen Großstädte tingeln, um dort auf der Straße Musik zu machen. Wir konnten einen Livegig von ihnen sehen und es war beeindruckend. Ich hab lange nichtmehr so eine geile Live-Show gesehen. Wir sind dann, nachdem ich gegen Abend endlich mein eigenes Zimmer beziehen konnte (in einer perfekten Lage, ein perfektes Zimmer, ich schwärme immernoch), mit den vier Jungs irgendwo billig essen gegangen, um dann in Alfama Fado zu hören (diesmal habe ich mich nicht verlaufen!). Kurz: Schön war's.

Samstag, 20. August 2011

Am Anfang stand ... waren wir alle nackig

Der erste Tag - Lost in Alfama

 "Wenn Sie keine Ahnung haben, lassen Sie es lieber!"

Die weniger spannenden Sachen lasse ich einfach mal aus, oder verkürze wie folgt: Abgeholt, Uni, Wohnung, Rumlaufen, Schlafen.
Der zweite Tag ... nicht. Ich wurde von zwei jungen hübschen Portugiesinnen vom Flughafen mit dem Schild "Welcome Robin, ich will ein Kind von dir!" (Anm. des Autors: so oder so ähnlich) abgeholt. Susana und ihre Freundin, deren Namen ich vergessen habe. Wir fuhren mit dem Bus zur Uni, wo ich von Carlosch (schreibt man anders als man spricht, ist aber geschrieben wie man sprischt) in die Geheimnisse der Erasmusstudierie eingeführt wurde. Eingeführt wurde mir dabei aber nichts.
Auf dem Weg zur Metro-Station St. Apolonia (wo mich der Freund eines Freundes einer Freundin abholen wollte, um mich bei sich zu beherbergen) wollte ich grad einen Spruch zu den Füßen der Freundin von Susana machen, nach dem Motto "Na, biste auch ne Weile barfuß gelaufen, so dreckig wie die sind", als mir wieder einfiel, dass sie schwarz ist und es somit kein Wunder ist, wenn auch die Füße schwarz sind. Naja, ich habs zum Glück vorher gemerkt.
Ich hatte das unglaubliche Glück, dass Adán (der mich beherbergt hat) zufällig DJ in einem Nachtclub auf dem Bairro Alto und in einem Hostel ist, so dass er viele Leute kannte und viele kuhle Geschichten über Lisboa erzählen konnte. Er schaffte mir auch den Kontakt zu der brasilianischen Tänzerin und somit zu meiner neuen Wohnung (sie lebt hier auch). Ohne Adán wär ich am Anfang wohl ziemlich aufgeschmissen gewesen. Das Problem an der Bleibe bei Adán war, dass sie in Alfama liegt. Das Problem an Alfama ist, dass es als Grundriss jedes modernen Irrgartens dienen könnte. Das Problem an Robin ist, dass er seine Fähigkeiten in Sachen Orientierung manchmal überschätzt. 2 Metrostationen kann man ja wohl laufen, Adán meinte man braucht 20 Minuten. Da hat er sich geirrt. Man braucht 1,5 Stunden. Allein, als Tourist, nachts, müde, mit den Worten verschiedener Reiseführer im Kopf "Man sollte nicht allein nach Alfama gehen, wenn man sich nicht auskennt. Erst recht nicht als Tourist. Erst recht nicht nachts." (so oder so ähnlich). Hat am Ende nicht mehr so viel Spaß gemacht, erstrecht wenn einem halbstarke Portugiesen irgendwas zurufen, was man nicht versteht. Naja, die werden schon irgendwann noch deutsch lernen. Ich bin zuversichtlich.


Was macht der Junge da eigentlich?

Einen Blog! Und was für einen! Einen dreckigen kleinen, schmutzigen feinen, unendlich...ja wie auch immer. Nach kurzer Überlegung (Lüge!) habe ich mich nun doch dazu entschlossen, einen Blogg-Dings zu schreiben. Einfach weil ichs kann (Lüge!), aber auch, weil allein die ersten 3 Tage schon so voll von neuen Impressionen waren, dass das wiederholte Niederschreiben und Erzählen für die große Zahl der Interessierten (Lüge!) meine ganze Zeit und auch die meiner Nachbarn beanspruchen würde.

Darum - und weil ich es kann (...) - und weil ich grad schöne Live-Gitarren-Musike durch das offene Fenster hören kann, weil es grade regnet (Ich dachte hier regnet es nie!), weil ich keine lust mehr auf groß- und kleinschreibung habe, weil, weil, weil...