Diesen Beitrag widme ich Neville Longbottom - weil er ja sonst nichts hat.
Nicht geplant, und doch gemacht! Das haben meine Eltern dem Arzt vor 23 Jahren auch gesagt. In diesem Fall bezieht sich der vor allem in der Underground-Szene Inkontinenzia beliebte Satz allerdings nur auf die Tatsache, dass ich schon wieder poste. Wo doch der letzte Post nichtmal 2 Jahre alt ist. Grund dafür ist das übermorgige Eintreffen der deutschen Spiel- und Spaß-Delegation, die sich eine Woche lang durch die schöne Stadt Bonn führen lassen möchte. Ich selbst wohne ja im Stadtteil Lissa-Bonn.
Doch genug der faden Wortwitze, als ehemaliger Nachlasskanzleimitarbeiter starte ich den folgenden Beitrag mit dem Klassiker: "Ran an Sarg und mitjeweint!"
Während die Post-Überschrift-Relation im letzten Beitrag nicht jedem auf den ersten Blick klar gewesen sein sollte (Geistesblitze nehme ich gerne entgegen), schließe ich in diesem Post sogleich an die Überschrift an. Diese bezieht sich nicht, wie zweifellos ein Großteil der Leser vermuten wird, auf die Wizardrock-Band aus Massachusetts (http://harryandthepotters.com/) und ist auch nicht mit dem Filmklassiker aus der post-barbieren Zeit "Hairy and the Potters" zu verwechseln.
Nein, sie bezieht sich auf ein portugiesisches Phänomen mit dem schauerlichen Namen ... Brás. Dachte ich jedenfalls bis eben. Eigentlich heißt es Praxe. Spricht man aber fast genauso. Prasch. Man kann es aber auch einfach "The Harry Potters" nennen, und zumindest die portugiesischen Antropologia-Studenten wissen seit Neustem was damit anzufangen. Bei diesem HarryPottersDing handelt es sich um eine Einführungswoche, bei der Erstsemester in das Unileben eingeführt werden sollen, um sich kennenzulernen und viele neue kleine Freunde zu finden. Und wie verbindet man Menschen am besten? Mit Klebeband. Und wenn keines da ist? Durch Leid. Die kleinen Erstsemestler werden also durch sogenannte kleine Spiele und Bestrafungen zusammengeführt. Ausgedacht wird sich das von den Harry Potters aus den höheren Semestern, die ihren Namen aufgrund der hogwartsähnlichen Schuluniformen bekommen haben (auch, wenn ein Großteil die nur in der Praxe-Woche trägt). Die Erstsemestler jeder Fakultät bekommen zu bestimmten Themen Kostüme zugeordnet, in denen sie die Woche über rumlaufen müssen... Aber lange Rede gar kein Sinn, hier ein Kurzfilm, der so ziemlich genau darstellt, was ich in den letzten Tagen gesehen habe (das Video ist an meiner Uni gedreht worden, nur eben älter).
Es erinnert ein wenig wie ein Ausschnitt aus dem Film "Die Welle":
Als guter relativistischer Sozial- und Kulturanthropologe kann ich mich diesem Initiationsritus gegenüber natürlich in keiner Weise positionieren. Jedoch hat mich diese Massenbewegung tatsächlich ein wenig an "Die Welle" erinnert, und auch die Tatsache, dass mehrere hundert Menschen auf den Ruf Dumbledores (dem Ober-Potter) "ISCTE" mit "ISCTE, conas abertas!" antworten, ist - sagen wir mal - ungewohnt. Die genaue Übersetzung findet man hier http://translate.google.com/#pt|de|conas%20abertas.
Der nachdenkliche, und vor allem nachdenkende (bevor er spricht) Teil in mir steht der ganzen Sache sehr skeptisch gegenüber. Aber der pubertierende Teil ... der findet das schon lustig.
Ich werde diesen Kult weiter verfolgen, irgendetwas muss er an sich haben, da viele der lokal ansässigen Studenten ihn toll finden. Und spätestens seit Adolf Hitler wissen wir ja, dass was die Masse gut findet ... oder auch nicht. Wenn schwarzer Humor braun ist.
Nun, liebe Leute, heißt es erst einmal Funkstille im Land wo die Hormone schön wohnen. Neues gibt es, sobald Uranus im siebten Haus steht. Dann mit Themen wie: Banana-Chocolate-Chunk-Bombs, wilde Fressorgien und "Sag was dreckiges zu mir! - Küche!"
Auf bald, und haltet die Waage recht, sonst isse nicht mehr waagerecht. (Darf ich mir für diesen grandiosen Einfall kurz selbst auf die Schulter hauen? Danke.)