Montag, 5. September 2011

Ein Tag am Tejo ...

... ist wie ein tittiger Traum transzendenter Tangateilchen. Ist er nicht, aber ich wollte die spontan entstandene Alliteration fortführen. Trotzdem haben der Tag am Tejo und oben genannter Vergleich etwas gemein: beide haben was für sich.

An diesem sonnigen Sonntag (schon wieder eine, ich kanns nichts lassen) nahm ich die Beine in die Hand und schwebte am Tejo entlang. Ausgegangen um Fische zu zählen (detailliertere Informationen über die Fische behalte ich Anne vor), am schmutzig schmatzigem Wasser entlang, Sonne im Nacken und Cornflakes im Bauch - so geht's doch auch. Die Abschnitte des Flusses, die ich passierte, sind allerdings allesamt nicht von, wie könnte man sagen, schöner Gestalt. Touristenüberladen, dreckig oder nicht passierbar (weil Kreuzfahrtschiffe im Weg stehen), sticht (bisher) eigentlich nur eine Stelle wirklich heraus, an der man für eine kurze Weile verweilen kann. Bis aus der kurzen Weile Langeweile wird und man nach einer Weile weiter macht. Dort, wo die alten Männer noch ihre Angeln auswerfen können ... wenn ihr versteht.
Wie ich da so saß, schaute ich den Möwen beim Kacken zu und einem Reiher beim Zählen der Fischbestände (Zitat "1000, 999 ..."). Da fragte ich mich, ob fliegen beim 100sten Mal immernoch so geil ist, wie beim ersten Mal. Also ich mein, wenn man eine Möwe wär. Die flatterten und schwebten dort so vor sich hin, machten kurz ne Pause und flogen dann weiter. Wie flexibel man wär. So reisetechnisch. Die haben ja auch nichts mit, unter dem einen Flügel die Zahnbürste, unterm anderen ein Maschinengewehr und das wars. Wenn man fliegen kann, hat man einfach noch eine Bewegungsdimension mehr. Also klar, wir können springen, aber das zählt ja irgendwie nicht. 
Ist fliegen wie Achterbahnfahren (okay, hier kann ich nur Vermutungen anstellen, da ich noch nie Achterbahn gefahren bin, ist bestimmt wie besoffen nach Hause laufen) oder ist es auch beim 1000sten Mal noch geil? Blöd, dass man die Möwen nicht fragen kann. Dann heirate ich eine Stewardess.

Vor meiner Wohnung hängt die Anleitung zur Herstellung eines Molotovcocktails.

Die Suche nach der Band hat begonnen, es haben sich schon freiwillige Mittäter gemeldet, wir sind jetzt schon Sängerin, Gitarrist und jemand der tanzt, klatscht und mitsummt (gleichzeitig). Vielleicht kann ich nun endlich den Traum meiner imaginären Gefängnisband Die durchgeknallten Knastvögel leben, mit Klassikern wie "Ich bin dann mal duschen", "Walter von der Vögelweide" und "Bück dich, der Wärter kommt!" (Alles im englischen As-Dur). Vielleicht sind wir aber auch einfach nur Angela und seine Schwester. Darüber muss bandintern noch abgestimmt werden. 
News dazu gibt es bald, also schaltet wieder ein, wenn es heißt "Zunge weg, ich furze!"

Ihr
Jonathan Frakes (Leadgitarrist von John and the Frakes)

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