Grad ist schon wieder Strom ausgefallen. Hat wohl mal wieder jemand Tee gekocht. Frage mich, wie ich posten soll, verschiebe das Problem aber, kann ja eh nichts ändern. Aufstehen geht nicht, ist immernoch kalt. Werd wohl mal meine Mitbewohner anrufen, sie sollen ihre faulen Ärsche mal hochheben. Ist ja sonst auch keine Art. ... Perfekt, geht auch ohne. Sie wissen einfach schon, wo hier der Bär steppt. Zum Glück hab ich Paula mitgenommen.
Bin bei portugiesischem Dinner gewesen. Sofort verliebt. Was für eine Wohnung! Frage mich, was die fürne Ausländerpolitik haben, solche Ofen die mit Strom gehen hat jedenfalls noch kein Erasmusstudent hier gesehen. Und Heizung! Politik sagt, muss wohl an der Lage liegen, alles Neubauten. Wenn es nicht 20 U-Bahn-Minuten von allen Kneipen entfernt läge, wär ich ja sofort umgezogen. Man braucht ja nicht viel zum Leben. Aber so einen Ofen? ... Bin kurz 10 Minuten weggetreten, gerate immernoch ins Träumen.
Gastgeber hat Lasagne gekocht (wollte wahrscheinlich nur mit seinem Ofen posen) (hat er geschafft). Wusste gar nicht, dass man Lasagne kochen kann. Mitbewohner schreibt grade, ich solle mich gefälligst mal bedanken. Danke Mitbewohner. Können froh sein, dass ich schon wach war. Und alles nur, weil ich Geld brauchte, aber nichts da, alles Verarsche. Kein Gold gefunden. Werd auch wieder weiterschlafen. Jedenfalls gewagte Aktion von Mitbewohnern. Oma hätte wohl wieder gesagt: Wer hat denen denn ins Gehirn geschissen?
Dinner war reichhaltig und gut, die Rettungspakete sind tatsächlich angekommen. Wir sind hier jetzt so reich, dass wir auch reichlich abgefüllt wurden. Tequila Gold mit Pomme de...Pomme...Granatapfelkernen. Weiß jetzt auch endlich, warum die Portugiesen kein Geld mehr haben, das steckt alles in den Wohnungen. Wer mietet schon, wenn er auch kaufen kann. Hab mir direkt auch mal was ausgeschaut. Irgendwo müssen wir ja hin mit den Milliarden.
Musikalische Untermalung war der Wahnsinn, von Kate Stevens über Brein Adams war alles dabei. Chris de Bürgs Lady in Red war der Knüller. Hab bewiesen, dass ich immernoch Luftgitarre spielen kann. Polizei kam. Ich hätte wohl den Verstärker ein wenig zu laut aufgedreht. Dikussionen brachten nichts. Vonwegen Verstärker, war doch ne Akkustik-Luftgitarre. Gastgeber konnte trotz fortgeschrittenem Alkoholkonsums alles regeln. Facebooknamen ausgetauscht. Musik mussten wir dann aber trotzdem ausmachen.
Abends ins Bairro Alto, Karaoke war angesagt. Haben unsere traurige Geschichte von der Polizei erzählt. Da muss man sich doch wehren, sagte man uns. Nee, meinte ich, also bei uns haben sie die Wehrpflicht ja jetzt abgeschafft. Kam nicht an. Kunstbanausen. Gastgeber hat den Vogel abgeschossen und Lady in Red gesungen. Ging tief. Wie der Vogel. Hinterher waren alle glücklich.
PS: Schweren Herzens Facebook-Namen geändert. Man sollte im Suff keine Verprechungen machen. "Identitätsverfälschung! Hurensohn!", geht mir im Kopf rum. In Deutschland bekommt man für sowas bis zu 7 Jahre Haft. Da lad ich lieber Musik runter.